ABA/VB

Bei ABA/VB (zu Deutsch Angewandte Verhaltensanalyse mit Verbal Behavior) handelt es sich um eine moderne verhaltenstherapeutische Interventions- und Fördermethode, die in erster Linie zur Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung eingesetzt wird. ABA/VB ist eine Weiterentwicklung von ABA (zu Deutsch Angewandte Verhaltensanalyse), wobei im Bereich der Autismus-Förderung der Begriff ABA mittlerweile häufig gleichbedeutend mit ABA/VB genutzt wird (wie auch bei der ABA Lernbasis). ABA entwickelte sich Ende der 1960er Jahre aus der Wissenschaft der Verhaltensanalyse nach B.F. Skinner. Dabei wurden die Prinzipien der Verhaltenstherapie mit dem Ziel der Förderung von sozial relevanten Fähigkeiten im Alltag von Menschen zum Einsatz gebracht. Im Laufe der 1970er und 80er begann Ivar Lovaas damit, die verhaltenstherapeutischen Prinzipien zur Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung einzusetzen, und es entstand das sogenannte Lovaas ABA oder klassische ABA. ABA/VB entwickelte sich in den 1990er Jahren und setzt vor allen Dingen auf den Aufbau einer positiven und von der kindlichen Motivation geleiteten Lern- und Förderbeziehung zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen. Hierbei schafft der Einsatz von grundlegenden verhaltenstherapeutischen Prinzipien nachvollziehbare und Sicherheit schaffende Strukturen, die das Vertrauensverhältnis im Alltag sowie in Fördersituationen stützen und somit Bezugspersonen und Kinder auf Augenhöhe begegnen lassen.

Grundlegendstes Ziel der Förderung ist stets der Aufbau bzw. die Erhaltung der gemeinsamen auf positiver Motivation beruhenden Lernbeziehung, die die Basis für die weitere Förderung bzw. zukünftiges möglichst selbstmotiviertes Lernen darstellt. Motivation wird vor allen Dingen zu Beginn der Förderung durch den Einsatz sogenannter Verstärker geschaffen, die viele verschiedene Formen annehmen können und stets von den Vorlieben der Kinder abhängen; Verstärker können z.B. soziale Aufmerksamkeit, die Beschäftigung mit bevorzugten Aktivitäten und Gegenständen, Körperkontakt, Kitzeln, Toben etc. sein. Zu erlernende Lern- und Förderziele werden den augenblicklichen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angemessen und können reichen vom erfolgreichen Toilettengang, über gemeinsame Gänge in der Öffentlichkeit, bis hin zu grundlegenden und fortgeschrittenen schulischen Fähigkeiten. Beim Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten wird durch den Einsatz von Verhaltensanalysen festgestellt, welche Funktion ein bestimmtes Verhalten für ein Kind erfüllt. In der Folge werden dann, sofern möglich, angemessene alternative Verhaltensweisen unterrichtet, die den gleichen Zweck erfüllen, und die die auftretenden Verhaltensauffälligkeiten verstärkenden Konsequenzen reduziert. Ebenso wird von vornherein daran gearbeitet, Umweltstrukturen zu schaffen, die den individuellen kindlichen Bedürfnissen entsprechen und das Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten somit weniger wahrscheinlich werden lassen.

Weiterführende Links

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